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Paso-Gestüt Criadero Santa Maria

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1975-2005
30 Jahre
PASOPFERDE-ZUCHT

Criadero Santa Maria - Reitkurse

 



Pasopferde und Reiter im Gleichgewicht

Das flüchtige Steppentier Pferd, der Vorfahre unserer Pferde, war nicht dafür gebaut, Gewichte zu tragen. Der Mensch fand im Laufe der Zeit heraus, wie er das inzwischen zum Haustier gewordene Pferd für seine Bedürfnisse und Zwecke am besten abrichten und einsetzen konnte. Später wurden, wie allgemein bekannt, spezialisierte Rassen für die verschiedenen Einsatzgebiete gezüchtet, z. B. auch Zelter (Tölter). Trotzdem sind auch in unseren Tagen junge Pferde nicht die geborenen Tragtiere, sondern sie müssen dazu entwickelt, d.h. ausgebildet werden, ohne Schaden, Lasten tragen zu können. Eine wesentliche Voraussetzung hierzu ist das labile Gleichgewicht, in welchem sich das Pferd unter der Last des Reiters befinden sollte.

Doch beginnen wir am Anfang  -  beim Jungpferd auf der Weide. Da sehen wir grasende Pferde, welche langsam vorwärtsgehen, nur von ihrem Geruchsinn und ihrem Fresstrieb geleitet, ganz aus dem Gleichgewicht, ihr ganzes Gewicht fast nur mit den Vordergliedmassen tragend. Nächste Szene: Kopf und Hals fliegen hoch, feurige Blicke in die Runde, als wollte man fragen: "Gibt es hier noch bedeutsamere Pferde als ich?" Das Gesicht verteilt sich in dieser stolzen Haltung auf Vor- und Hinterhand, das labile Gleichgewicht stellt sich ein. Es meldet sich ein Artgenosse, der die obige Frage beantwortet: "ja, nämlich mich!" Da steigt der Erste, der Zweite ebenfalls, und sie krachen gegeneinander. Auch da sind sie wiederum ganz aus dem Gleichgewicht und nur von der Hinterhand getragen. Wenn wir nun die anschließende Rauferei und die daraus entstehenden wilden Galopps, Stops, Gangwechsel, sowie Pirouetten, Lançaden und Croupaden beobachten, so sehen wir, dass das Gleichgewicht des Pferdes in den verschiedensten Bewegungsabläufen dauernd gewonnen und wieder verloren wird, d.h. es ist nicht statisch, sondern labil.

Wir können daraus ableiten, dass bei der Ausbildung des jungen Pferdes an der Hand und später beim Anreiten, das Bestreben des Ausbilders dahin gehen sollte, das Pferd möglichst bald, immer wieder ins Gleichgewicht zu bringen. Parallel dazu muss sich auch die Rücken- und Bauchmuskulatur des jungen Pferdes entwickeln, denn hier wirkt das Gewicht des Reiters zuerst ein. Der Rücken kann schmerzen und die Koordination der Hinter- und Vordergliedmassen ist im lateralen Ablauf anfänglich oft gestört. Das Pferd sucht unter der Einwirkung des Reitergewichts ein neues, gemeinsames Gleichgewicht (beim Einsatz eines Bozals besonders gut zu beobachten). Je besser es durch die vorhergehende Ausbildung dazu befähigt ist, die tragende Hinterhand einzusetzen, um so schneller findet es das neue Gleichgewicht. Wir dürfen also vom jungen Pferd am Anfang nicht zuviel erwarten, und sollten es immer nur kurzfristig belasten und ihm auch immer wieder Ruhepausen gönnen, damit es das Gelernte assimilieren und seine Muskeln auf der Weide wieder lockern kann. Das tönt eigentlich ganz einfach  -  es braucht aber Geduld und Einfühlungsvermögen und ein gewisses Verständnis für mechanische Zusammenhänge.

Es gibt keine im natürlichen Gleichgewicht geborene Pferde, die sich, auch ohne entsprechende Ausbildung und dadurch aufgebaute Muskulatur, selbst tragen. Es gibt vor allem keine Pasos, welche locker und schwungvoll tölten, stolz aufgerichtet und vom Reiter mit leichter Hand und lockerem Zügel im eleganten "Paso Llano" geritten werden können,  ohne sorgfältig darauf vorbereitet zu sein.

Unser Ausbildungsziel, der Grund, warum wir uns ein Pasopferd kaufen, ist doch den brillantesten Tölter zu besitzen, einen der "auf den Zehenspitzen geht", ein Pasopferd, welches diesen gewissen "Snap" bei der Vorwärtsbewegung zeigt und seinen Reiter stolz, auch durch schwieriges Gelände trägt. Das alles leistet aber auch der "beste Paso" nur, wenn er im Gleichgewicht ist, und der Reiter dieses gemeinsame Gleichgewicht möglichst nicht, oder nur kurzfristig stört und so sein Pferd optimal und pferdegerecht bewegt. Dann stellt sich der Eindruck ein, man sitze in seinem Pferd und bilde eine harmonische Einheit. Ist dies nicht ein Ziel, für welches man als echte Reiterin oder Reiter alle Mühen und Kosten auf sich nimmt, um es zu erreichen?

Alois C. Tschümperlin

Es gibt zum Thema "Reiter und Pferd im Gleichgewicht" ein technisch interessantes Buch von Rittmeister Gregor v. Romaskan (Müller Verlag, Rüschlikon), welches die Gleichgewichtsprobleme leicht verständlich darstellt! Für jeden Reiter lesenswert!



Wissenswertes
über Ausbildung, Zucht und Geschichte

Tieldones - die begehrten Reisepferde des Mittelalters

Die Zucht von töltenden Pferden - geschichtliche Hintergründe

Bis vor zirka 40 Jahren, das heißt seit der Renaissance der Tölter in Westeuropa, war die Zucht von Töltern kein Thema für die Pferdefreunde unserer Breitengrade. Man hatte zwar im Geschichtsunterricht von "den schlohweißen Zeltern" gelesen, auf welchen Prinzessinnen oder kirchliche Würdenträger zu Hochzeiten bzw. Konzilien ritten.

Auf meine Frage, was Zelter seien, bekam ich von meinem damaligen Lehrer die Antwort: "Meistens weiße, besonders folgsame Pferde, die längst ausgestorben sind!" Damit war der Begriff klassiert und man kümmerte sich nicht mehr darum. Wenn man sich nun Gedanken über das Thema "Zucht von töltenden Pferden" machen will, so muss man zuerst einen Blick in die Vergangenheit tun, in die Zeit, als die Zelter zum Alltag gehörten.

 Ein Falknerpferd im Tölt im 16. Jahrhundert (nach Fugger). Falknerpferde mussten über sehr ruhige und sanfte Gangarten verfügen, da die Falken leicht erschraken und unruhig wurden.

Blick in die Vergangenheit

Wenn jemand im finsteren Mittelalter reisen wollte oder musste, hatte er zwei Möglichkeiten: entweder zu Fuß oder zu Pferd. Begüterte Reisende ritten "Zelter", die damals auf dem europäischen Kontinent überall mit dem örtlichen Zuchtmaterial nach sehr individuellen Vorstellungen gezüchtet wurden. Im damaligen Frankreich zum Beispiel, gab es so viele Typen von "bildet d'allures" (kleines Reitpferd mit verschiedenen Gängen), wie es Feudalherren gab: jeder züchtete mit dem, was an Passgängern (meistens bretonische oder normannische Palfrois bzw. Haquenés) zur Verfügung stand, oder was man sonst wie habhaft machen konnte, z.B. töltende Ponys von beiden Seiten der Pyrenäen. Reisepferde, die Zelter, waren ein kostbares Gut, begehrt von Freund und Feind. Nach dem Jahr 1000 nach Christus, d.h. zirka 300 Jahre nach dem ersten Maureneinfall in Iberien, begann die Blütezeit der iberischen Tölter, der Tieldones. Thieldon war die Bezeichnung der Römer für edle, vorwiegend iberische Tölter (von thieldo, thiall, Zelte, telt, Tölt). Töltende Ponys aus Nordiberien (Asturcones, Galiceños, Garanos, Sorraias) und die eleganteren Jacas, gekreuzt mit töltenden Berbern und südiberischen Pferden, bildeten das Zuchtmaterial der Tieldones, wie wir sie von Wandbehängen der Kathedralen von Bayeux, Angers usw., und Gemälden aus der Renaissance kennen.

Was man anstrebte, waren angenehm zu reitende Pferde, die ihre Aufgabe - das Überwinden von großen Distanzen und schwierigen Wegen - optimal bewältigten. In jener Zeit bezahlten irische und englische Adelige Unsummen in damaliger Währung für spanische Tieldones. Trabgehende Pferde waren dannzumal Arbeitspferde, verhältnismäßig billig in der Anschaffung und ungeeignet zum Reisen, da der Trab nur ausgesessen, im Spaltsitz, geritten wurde.

Als Kolumbus vor 500 Jahren zu seiner zweiten Reise aufbrach, hatte er, laut Berichten, nicht die edelsten Tölter bei sich (20 Hengste und 5 Stuten), aber die robustesten und offenbar auch ponyähnlichsten, die er mit den ihm zur Verfügung stehenden Mittel auftreiben konnte. Die Kolumbus nachfolgenden Abenteurer und Kolonisten brachten weitere Passgänger mit nach Übersee und legten den Grundstein für die zahlreichen Gangpferderassen von Süd- und Nordamerika, die wir heutzutage kennen.

Wieder waren es die spanischen Tieldones, welche ihre Herren durch die Weiten der neu entdeckten Kontinente trugen. Unbeeinflusst von den Anforderungen des höfischen Reitens und dem darum herum entstandenen "Firlefanz", züchteten die Kolonisten die Pferde, die sie für Arbeit und Krieg brauchten, und entwickelten so ihre eigene Reitkultur, ihre eigenen Töltrassen, Sattlungen, Zäumungen und Ausbildungsmethoden. Eingebracht wurde auch trockenes, mediterranes Flair für Stil, Eleganz und Prestige.

Doch wie entwickelten sich die Zelter nun hier im alten Europa? Bis ins 18. Jahrhundert hinein erfreuten sie sich großer Beliebtheit, um anschließend ziemlich schnell aus den Ställen zu verschwinden. Was mögen die Gründe dafür sein, dass die jahrhundertlang so geschätzten Zelter in die Randgebiete der damaligen Zivilisation abgeschoben wurden, sich dort weiterentwickelten als Arbeits- und Reisepferde, aber ihre Bedeutung im kontinentalen Europa verloren hatten? Antworten gibt auf diese Fragen indirekt ein Aufsatz des bekannten Hippologen, Michel Henriquet, "A la recherche de l'école de Versailles", gegründet von Louis XIII, 1614, welche bis zur französischen Revolution bestand. Henriquet lieferte Zahlenmaterial über den Aufwand, mit welchem an den Höfen, in diesem Fall am französischen Hof, das Reiten und das Schulreiten als der beliebteste Sport der Noblesse betrieben wurden. Unter all den Tausenden von Leuten, die in den königlichen Ställen und in der Reitschule arbeiteten, und zirka 4500 fast ausschließlich iberische Pferde betreuten und beritten, gab es immer nur einen "écuyer ambleur et ses palfreniers" (Bereiter von Zeltern und seine Pferdepfleger und Helfer). Das zeigt deutlich, dass das Reiten der Hohen Schule, von Adeligen, d.h. von Offizieren betrieben, den Zelter, welcher da am Ende seiner gangmäßigen Möglichkeiten ankommt, ins Abseits drängte. Aus jener Epoche wird auch in der deutschen hippologischen Literatur oft vom schulmäßigen Passgang berichtet, um Pferde vorzubereiten für den Gebrauch von noblen Damen, die ihre Kavaliere zur Jagd begleiteten. Die adligen Schulreiter interessierten sich aber nur noch am Rande für die Zelter. In der späteren Schulreiterei gab es zwar den "schulgerechten Pass" wie hier auf der Zeichnung nach Ridinger, doch man interessierte sich nur noch am Rande für die Zelter.

Inzwischen hatte man begonnen Strassen zu bauen, bald fuhren die ersten Postkutschen; der Reisende war nicht mehr unbedingt aufs Reitpferd angewiesen, und die Nachfrage nach Reisepferden nahm ab. Dazu kamen die militärischen Anforderungen und das damit verbundene Exerzieren und Formationen reiten; außerdem waren Zelter für die berittenen Truppen viel zu teuer. Die Reittechnik änderte sich, man begann "englisch" zu traben, und so wurde es annehmbar einen "boneshaker", (bzw. "tapecul") zu reiten.

Im 19. Jahrhundert dann verschwand in Westeuropa der Zelter fast gänzlich; der Gang wurde als unrein und krankhaft bezeichnet und nach den einst so hoch gepriesenen Tieldones bestand keine Nachfrage mehr. Interessant ist dabei festzustellen, dass auch bei den Trabpferden, welche für das höfische Reiten benutzt wurden, wieder iberische Pferde die begehrtesten waren, aufgrund ihres natürlichen Talents für die Übungen der Hohen Schule. Trotz der Ungnade, in welche die Zelter in Westeuropa gefallen waren und sie in Vergessenheit geraten ließ, lebten sie weiter - in Island, Süd- und Nordamerika, China, der Mongolei, Indien, Russland und so weiter. Führende Hippologen stellten fest, dass noch heute siebzig Prozent der Equiden auf der Welt Lateralgänger, d.h. Passgänger sind, und damit die Voraussetzungen für den gebrochenen Passgang, den Zelt oder Tölt, besitzen.

Entgegen der landläufigen Meinung ist neben Schritt, Trab, Galopp auch der Passgang eine Grundgangart der Equiden. Was man dabei zuwenig beachtet, ist, dass der Passgang bei weitem die variabelste Gangart des Pferdes ist. Man kann sich das leicht vorstellen, wenn man auf der einen Seite den enormen Raumgriff und die Schnelligkeit eines amerikanischen "Standardbreds" vor dem Sulky betrachtet, andererseits den Tölt in höchster Versammlung, d.h. dem"Classic Fino" des Kolumbianischen Paso Finos. Dazwischen gibt es nun jegliche Geschwindigkeit und jegliche Ausführung des Tölts, wie immer er auch heiße und in welcher Variante des Viertakts er geritten wird. Daraus dürfte auch klar werden, dass es nie einfach war, Zelter auszubilden.

Zwei Falknerpferde im 11. Jahrhundert

Die Renaissance der Zelter in Kontinental-Europa

Es sollte zwei Jahrhunderte dauern, bis die ersten Passgänger, die Isländer, Ende der fünfziger Jahre unseres Jahrhunderts offiziell auf unseren Kontinent zurückkehrten. Was in der Folge passierte, kennen viele von Ihnen, und man kann das Geschehen in allen Details in der beeindruckenden Zusammenfassung von Ursula Bruns in "Gangpferde, die Geschichte ihrer Wiederentdeckung auf dem Kontinent", nachlesen.

Tatsache ist, dass sich in den letzten 40 Jahren das Interesse an Töltern stark entwickelt hat und die Zahl der Töltbegeisterten von Jahr zu Jahr steigt. Wenn damals jemand behauptet hätte, es würden innerhalb von vier Jahrzehnten mehr als 50'000 Isländer allein in Westdeutschland stehen, wäre er ausgelacht worden. Gerade diese Rasse hat in den letzten 40 Jahren durch einzelne Züchter und durch die Zuchtorganisation der IPVZ große Zuchtfortschritte gemacht. Die heutigen, gut gezogenen und ausgebildeten Isländer haben, so scheint mir, nur noch wenig Gemeinsames mit den "Knorrigen Burschen", die wir vor 40 Jahren aus Island bekamen, mit denen wir uns, wo gut es eben ging, zusammenrauften und auf denen wir zum ersten Mal den Tölt, den gebrochenen Passgang, fühlen konnten. Ein Erfühlen, das dann in der Folge auf der Suche nach dem Tölt so viele Entwicklungen auslöste. Den Zuchtfortschritt in der Reinzucht der Islandpferde erreichten die Züchter in Deutschland durch harte Selektion. Nachdem der Wert eines Tölters auf dem Kontinent manifest geworden war, schlossen sich diesen Bemühungen auch die Isländer selbst an.

Die nächsten zwei Rassen, welche 1973 auf den europäischen Kontinent kamen, waren Peruanische Pasos und Kolumbianische Paso Finos und Kreuzungsprodukte dieser beiden Rassen. Beide Rassen haben einen absolut genetisch fixierten Tölt, welcher sich zwar in der Kadenz unterscheidet und leicht differierende Ausbildungsmethoden haben. In der Folge nun wurde die Töltveranlagung der Traber entdeckt. Die ersten brasilianischen Mangalarga Marchadores wurden nach Deutschland importiert.

Kurz darauf erschienen zwei alte amerikanische Rassen, das Tennessee Walking Horse und als letztes das American Saddlebred. Die letzteren waren aus den Bedürfnissen der Plantagenbesitzer im Süden der Vereinigten Staaten und der konföderierten Armee entstanden und haben sich zu konsolidierten Rassen mit geschlossenen Stutbüchern entwickelt.

Zwischenzeitlich hörten wir von russischen Töltern. Einzelne Exemplare waren bereits zu sehen, und in jüngster Zeit berichteten Freunde von Töltenden Kashmiris, ausgesprochen schönen chinesischen Töltern und drei verschiedenen töltenden Pferdentypen in der Mongolei. Ihr Status ist der von Gebrauchspferden, und sie nehmen noch die gleiche Stellung ein wie ihre Artgenossen vor 250 Jahren in Europa.

Aloys C. Tschümperlin
erschienen in 3/93 Pegasus Pferdemagazin

 


 

Bedeutung der Tradition im Alltag mit Peruanischen Pferden

So oft tauchen Fragen in unseren Köpfen auf - wir stehen mit unserem Paso an einem Punkt, an dem wir Unterstützung brauchen. Sei es durch praktische Ratschläge, Bücher oder Gespräche. Vielfach wird der peruanischen Reitweise vorgeworfen, dass sie zuwenig Dokumentation, zuwenig "Greifbares" vorliegen hat. Man kann nicht irgendeine beliebige Pferdezeitschrift aufschlagen und dort die treffende Anleitung für unseren Paso Peruano finden.

Weil auch ich an diesem Punkt stand, möchte ich hier erklären, was mir geholfen hat, Antworten auf meine Fragen zu finden:

Der Anfang und das Ende dessen was ich gefunden habe, wurzelt in der Tradition. Tradition, weil sie uns als Wegweiser dient:

sie gibt uns die Hilfsmittel: 

  • Bozal
  • peruanische Stange
  • die schweren Zügel,
  • Sattel mit 4-Punkt-Einwirkung,
  • schwere Steigbügel, Guarniciòn

sie gibt uns die Figuren: 

  • Doubling
  • Zirkel
  • Achten
  • Schnecken
  • gehen auf zwei Zirkeln
    (nicht zu vergessen, die peruanische Dressur,

und sie gibt uns vor allem das angestrebte Ziel: 

Man braucht nur die strahlenden Augen eines Peruaners oder eines jeden echten Aficionados anzusehen, wenn er von einem "Caballo de Paso Peruano" redet; Ausstrahlung, Noblesse, Brio, Paso Llano, Weichheit ... man kommt ins Schwärmen!

Dieses Ziel hilft uns immer das Bild des idealen, perfekten Pasos vor Augen zu haben; so wie es uns die Tradition überliefert hat. Zuoft wird die Tradition auf den Poncho und den Strohhut reduziert. Auch das gehört dazu, natürlich, aber sie ist auch Quelle viel tieferer Bedeutung.

Der peruanischen Überlieferung zu folgen, insbesondere wenn sie eine sinn- und nutzvolle Anleitung beinhaltet, ist für uns in Europa von großem Wert! Wir möchten doch das Pferd, das uns in seinem Ursprung so fasziniert hat, nicht anpassen, nicht homogenisieren. Es soll sein "Besonderes", seine Exotik behalten. Natürlich müssen wir nicht alles stur vom Ursprungsland übernehmen; gewisse Details können wir auch verbessern und verfeinern. Aber immer mit dem Endziel vor Augen und der gegebenen Grundstruktur.

Peruanische Tradition; leider viel zu oft nur mündliche Überlieferung. Auch ich konnte sie nur durch lange Gespräche mit peruanischen Züchtern und Trainern wirklich fassbar machen. Je mehr ich jedoch darüber erfuhr, desto mehr verstand ich, dass man die Wurzeln dieser Tradition in den Büchern der altklassischen Lehrmeister findet. Hier finden wir die Literatur, die uns auf die Fragen mit unserem Paso reelle Antworten, Philosophie und Hilfe geben kann. Immer wieder möchte ich darauf hinweisen, wie ähnlich doch die Ziele der altklassischen Reitweise mit der unseren sind. Es sind zwei Welten die sich verschieden entwickelt haben, sich jedoch in Grundstruktur und Philosophie unverkennbar nahe sind.

Ich für meine Person habe Vertrauen in diese zwei Welten, in die peruanische Tradition und ihre Ausbildungsmethode und in ihre ältere Schwester, die altklassische Reitweise. Ich bin mir sicher, dass sie immer eine Antwort auf meine Fragen bereit haben, um meinem Ziel, dem wundervollen PERUANISCHEN PASO gerecht zu werden, näher zu kommen.

Carla Tschümperlin

6.2.1995

Gestüt Criadero Santa Maria